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Re: fom - 01 - preface
Posted:
Dec 26, 2012 10:36 AM
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On 24 Dez., 23:47, Alan Smaill <sma...@SPAMinf.ed.ac.uk> wrote:
> "Indeed, in his discussion containing his > he essentially remarks in passing that every linear number is bounded > above by a real number."
Cantor's notion of linearity is this:
Sie erwähnen in Ihrem Schreiben die Frage über die aktual unendlich kleinen Größen. An mehreren Stellen meiner Arbeit werden Sie die Ansicht ausgesprochen finden, daß dies unmögliche, d. h. in sich widersprechende Gedankendinge sind, und ich habe schon in meinem Schriftchen "Grundlagen e. allg. Mannigfaltigkeitslehre" pag. 8 im § 4, wenn auch damals noch mit einer gewissen Reserve, angedeutet, daß die strenge Begründung dieser Position aus der Theorie der transfiniten Zahlen herzuleiten wäre. Erst in diesem Winter fand sich die Zeit dazu, meine diesen Gegenstand betreffenden Ideen in die Gestalt eines förmlichen Beweises zu bringen. Es handelt sich um den Satz: "Von Null verschiedene lineare Zahlengrößen zeta (d. h. kurz gesagt, solche Zahlgrößen, welche sich unter dem Bilde begrenzter geradliniger stetiger Strecken vorstellen lassen), welche kleiner wären als jede noch so kleine endliche Zahlgröße, gibt es nicht, d. h. sie widersprechen dem Begriff der linearen Zahlgröße." Der Gedankengang meines Beweises ist einfach folgender: ich gehe von der Voraussetzung einer linearen Größe?zeta aus, die so klein sei, daß ihr n-faches zeta*n für jede noch so große endliche Zahl n kleiner ist als die Einheit, und beweise nun aus dem Begriff der linearen Größe und mit Hilfe gewisser Sätze der transfiniten Zahlenlehre, daß alsdann auch zeta*nue kleiner ist als jede noch so kleine endliche Größe, wenn nue irgendeine noch so große transfinite Ordnungszahl (d. h. Anzahl oder Typus einer wohlgeordneten Menge) aus irgendeiner noch so hohen Zahlenklasse bedeutet. Dies heißt aber doch, daß zeta auch durch keine noch so kräftige actual unendliche Vervielfachung endlich gemacht werden, also sicherlich nicht Element endlicher Größen sein kann. Somit widerspricht die gemachte Voraussetzung dem Begriff linearer Größen, welcher derartig ist, daß nach ihm jede lineare Größe als integrierender Teil von anderen, im besonderen von endlichen linearen Größen gedacht werden muß. Es bleibt also nichts übrig, als die Voraussetzung fallen zu lassen, wonach es eine Größe zeta gäbe, die für jede endliche ganze Zahl n kleiner wäre als 1/n, und hiermit ist unser Satz bewiesen.
[GEORG CANTOR, Gesammelte Abhandlungen mathematischen und philosophischen Inhalts. Mit erläuternden Anmerkungen sowie mit Ergänzungen aus dem Briefwechsel Cantor - Dedekind Herausgegeben von ERNST ZERMELO Nebst einem Lebenslauf Cantors von ADOLF FRAENKEL, 1966 GEORG OLMS VERLAGSBUCHHANDLUNG HILDESHEIM, p. 407f.]
Zermelo, the editor of Cantor's work, has not detected any attempt by Cantor to cheat. Zermelo notes that Cantor's proof is invalid, he does not note, however, that multiplying linear magnitudes in Cantor's sense would be erroneous or a blatant fraud. That insight has been published by you for the first time (and for the last time too, I think).
Regards, WM
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